Apple ist viel benutzerfreundlicher als…….oder doch nicht?

 

Die Tage kam mein iPad Air 2. Es ist ein Firmentablet und wir dürfen es  auch privat nutzen.

Es ist mein erstes Tablet, und ich bin schon gespannt, wie viel Spaß und Produktivität mir ein Tablet, gegenüber einem Notebook und Smartphone bringt.

Bis dato hatte ich nur Android Geräte  und hatte mit Apple Geräten nicht viel am Hut.  Ich individualisiere meine Geräte gerne, und da ist Apple ja nicht so wirklich offen.

Beispielsweise habe ich auf meinem Smartphone eine Kalender App, die schon zu Zeiten der mobilen Organizer (das waren Smartphones ohne Telefonfunktion) mehr Funktionen hatte, als viele neuere Kalender Apps heute. Auch nutze ich gerne Widgets, kleine Programme, die Informationen auf dem Homescreen anzeigen.

Nun soll also mein erstes Tablet  ein iPad sein. Sehen wir mal, ob ich damit glücklich werde.

Da es ja nun mal schon 9 Jahre seit der Vorstellung des ersten iPhones her ist, (als Apple noch meinte, ein kopieren und einfügen braucht kein Mensch), war ich eigentlich guter Dinge, mir das iPad nach meinen Wünschen einrichten zu können.

Als erste zusätzliche App sollte der Firefox sein, da ich dort eine umfangreiche Linksammlung verwalte, Zugangsdaten automatisiert habe, und das Ganze über mehrere Geräte synchron benutze.

Das war schon mal kein Problem, den gibt es ja mittlerweile auch für das iPad.

Nichtsdestotrotz will ich natürlich die Programme von Apple benutzen, denn wie soll ich mir sonst ein Urteil bilden können.

Ein erster Test mit dem  Safari Browser ergab; Er ist wirklich nicht schlecht. Das was er kann, kann er super. Ob das Bilderstrecken anzeigen, Videos abspielen, oder nur Web Seiten vernünftig darzustellen. Ich bin begeistert.

Als nächstes kam ein zweiter E-Mail Client dran, damit ich private und geschäftliche Post besser auseinander halten kann.

Da fingen die Problem an. Welches E-Mail Programm sollte ich nehmen? Einige Vorstellungen und  „Test“ gelesen, aber viel gibt es da ja nicht. Seltsam. Meine Wahrnehmung war immer, dass Apps erst für Apple programmiert werden und dann erst für Android. Aber wie das halt so ist mit Wahrnehmungen, sie können täuschen.

Ich habe mich dann erst einmal für MyMail entschieden. Das sah dann auf den ersten Blick ganz toll aus. Auf den zweiten leider nicht mehr.

Es hat keinen gemeinsamen Posteingang, zum anderen können Links nur über den Standardbrowser Safari geöffnet werden, was maximal lästig ist, da ich so gewünschte Funktionen vom Firefox nicht nutzen kann.

Warum kann ich den Standard Browser nicht ändern? Oder bekomme wenigstens beim langen Druck auf eine Webadresse eine Auswahl „Programm zum öffnen auswählen“? Das geht doch bei Anhängen auch?

Warum, verflucht noch mal, kann man bei diesem iPad nicht generell gewünschte Standardprogramme definieren.

Das gleiche gilt für E-Mail Adressen. Drücke ich im Safari auf eine E-Mail Adresse, öffnet sich immer das Apple Mail Programm.  Will ich aber nicht. Ich möchte eine Option, sie in MyMail zu öffnen, da ich wesentlich öfters private E-Mails an Adressen aus dem WEB schicke.

Der Firefox kann das. Aber der lässt sich ja nicht als Standardbrowser einstellen.

Nächster Punkt, Dateisystem.
Ein Dateisystem ist im iPad schlicht nicht vorhanden. Jedes Programm kann nur auf seine eigenen Daten zugreifen, außer man legt sie in die Cloud. Diese Erkenntnis hat mich einen ganzen Tag gekostet, in denen ich versucht habe ein Programm zu finden, dass Dateien so auf dem iPad ablegt,  dass alle Programme darauf zugreifen können. Klar, ich habe eine Mobilfunkkarte im iPad, allerdings kann ich bei vielen Kunden, oder im Ausland gar nicht auf die verschiedenen Cloud Speicher zugreifen.

Also muß ein Workaround her. Das habe ich in dem Programm Dokuments gefunden. Es verbindet sich mit den verschiedensten Cloud Systemen und kann Dateien auch synchronisieren, also lokal auf dem iPad nutzbar machen. Das wird dann wohl meine Schaltzentrale werden müssen. Dokumente, Links, Bilderordner direkt auf dem Home Bildschirm ablegen, geht offenbar auch nicht.

Und ich dachte, Apple ist gleich Usability. Wie naiv ich war.

Es ist genau so, wie meine erste Berührung mit Apple in den 90er Jahren. Damals haben wir bei Escom auch Apples PowerPcs verkauft. Schon damals hieß es immer, Apple sei wesentlich benutzerfreundlicher und leistungsstärker als ein Windows PC. Schon damals war es nur die halbe Wahrheit. Sobald du mehr wolltest, als Apple vorgesehen hat, hat sich die Benutzerfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit in Luft aufgelöst.

Heute ist es offenbar noch schlimmer. Ich hätte nicht gedacht, dass Apple es schafft, seine Nutzer noch mehr zu bevormunden, als in den 90ern.

 

 
 

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